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Vinaya

Lehren über ethische Disziplin und die buddhistischen Gelübde

verfasst von Meister Gunaprabha

 

Das Wesen eines Laienschülers besteht darin, zeitlebens die fünf Verfehlungen aufzugeben.

Für Laienschüler gibt es das Laiengelübde in 7 Arten:

1. die Drei Zufluchten einhalten

2. eine Regel (sila) einhalten

3. einen Teil der Regeln einhalten

4. den größten Teil der Regeln einhalten

5. die Regeln vollständig annehmen

6. im Reinen Lebenswandel

7. in der Quasihauslosigkeit

Zu 1 Der Laienschüler nimmt kein Gelübde, stützt sich aber auf die drei Juwelen

Zu 2 Der Laienschüler nimmt Abstand von einer der vier Hauptverfehlungen: Töten, Stehlen, Lügen, sex. Fehlverhalten. Nebenregel: Vermeiden von Alkohol und Rauschmitteln.

Zu 3 Der Laienschüler nimmt Abstand von 2 der 5 Regeln: 2 Hauptregeln oder 1 Hauptregel und 1 Nebenregel

Zu 4 Der Laienschüler nimmt Abstand von 3 oder 4 Verfehlungen

Zu 5 Der Laienschüler nimmt Abstand von allen Verfehlungen, außer dem sex. Verkehr, aber dem sex. Fehlverhalten.  Somit ist er ein vollständiger Laienschüler.

Zu 6 Der Laienschüler nimmt alle 5 Regeln und vermeidet jeglichen sex. Verkehr

Zu 7 Der Laienschüler nimmt das 8-teilige Laiengelübde, welches normalerweise nur für einen Tag gilt, für das ganze Leben + Robe eines Mönches/einer Nonne (weiße Kleidung)

Ausdrücklich kein Alkohol für Laienschüler. Buddha:"Diejenigen, die mich ihren Lehrer nennen, sollten nicht einmal die geringe Menge Alkohol trinken, die dem Tautropfen auf der Spitze eines Grashalms entspricht. Wenn sie Alkoholtrinken, so bin ich nicht ihr Lehrer undsie sind nicht meine Hörer".

Heilige geben Alkohol und sex. Fehlverhalten auf. Wenn man gewohnheitsmäßig Alkohol trinkt und sich berauscht, wird nach den Worten des Buddha selbst nach dem Tod noch viele negative Konsequenzen erfahren, vielleicht in einer Höllenexistenz wiedergeboren oder ähnliche leidvolle Folgen erfahren.

Zuflucht

zum Buddha. Er ist der höchste Lehrer, der die adäquaten Mittel zeigt, um sich aus dem Leiden zu befreien.

zur Lehre bietet den eigentlichen Schutz

zur Sangha bietet Freunde, die einem die spirituelle Hilfe bieten

Entsagung ist in der Zuflucht bereits enthalten - die Erkenntnis der leidhaften Natur des Daseinskreislaufes und der tiefe Wunsch, sich aus diesem Leiden zu befreien.

Mit der Zufluchtnahme legt man die Grundlage für alle Gelübde.

Das eintägige Laiengelübde

- keinen Schmuck tragen

- einfach Kleidung

- wird in der Morgendämmerung vor dem Frühstück genommen

- besteht vom Morgen an, wenn es hell wird, bis zum nächsten Morgen, wenn es hell wird.

oder Fastengelübde an buddhistischen Feiertagen. Das eintägige Laiengelübde gilt, wie die Bezeichnung es schon aussagt, nicht für das ganze Leben und kann daher auch von einem Schlachter genommen werden. Daher sind die Gelübdenehmer auch keine echten Laienanhänger.

Praktimoksa-Gelübde werden von Mensch zu Mensch gegeben und auch bereinigt.

Eintages-Mahayana-Gelübde werden vor dem bloßen Bildnis des Buddha abgelegt.

Regeln

Zweig der ethischen Disziplin: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen und sex. Enthaltsamkeit

Zweig der Achtsamkeit: kein Alkohol

Zweig der Askese: nicht auf hohen luxuriösen Sesseln und Betten sitzen, nicht tanzen, singen, kein Schmuck, keine Musik, nicht nach Mittag (12 Uhr) essen, kein Make-up, Parfüm, kein Alkohol.

Das Gelübde existiert nicht bei Personen, die nicht Zuflucht genommen haben.

Unterschied zwischen dem eintägigen Laiengelübde und dem eintägigen Mahayana-Gelübde

Das eintägige Laiengelübde kann auch für mehrere Tage genommen werden, dann wird das Gelübde mehrere Male hintereinander ausgesprochen (z. B. für 3 Tage = 3 x aussprechen)

Das Mahayana-Gelübde wird das erste Mal vor dem Lama und ab dann vor dem Bildnis des Buddha genommen.

Motivation Laiengelübde = Geisteshaltung der Entsagung - Befreiung aus dem Daseinskreislauf

Motivation Mahayanagelübde = Erleuchtungsgeist zum Wohle aller Menschen.

Das Laiengelübde kann im Fall der Degeneration oder Hauptübertretung noch im gleichen Leben erneut genommen werden. Bei Ordinierten-Gelübden ist das nicht möglich, es sei denn, man gibt ein Gelübde zurück.

Ursachen für den Verlust des Praktimoksa-Gelübdes:

1. Rückgabe (bei Laiengelübden auch einzelne der fünf Regeln, z. B. bei Gefahr für das eigene Leben. Das angesammelte Heilsame bleibt erhalten und man kann das Gelübde später noch einmal nehmen. Muss nicht vor dem Lama zurückgegeben werden bei Gefahr, ein normaler Mensch reicht für die Entgegennahme aus.)

2. Tod (Bodhisattva- u. Tantra-Gelübde bestehen über den Tod hinaus weiter)

3. Zwitter (Bei 3 x Geschlechtsumwandlung geht Gelübde verloren)

4. Zerstörung der heilsamen Wurzeln (Man vertritt verkehrte Ansichten und verliert somit die Zuflucht)

5. Ende des Tages bei eintägigen Gelübden

Folgen der Begehen einer verborgenen Hauptübertretung

1. kein Erreichen der Erleuchtung in diesem Leben

2. kein Erreichen eines Hohen Daseins im nächsten Leben

3. Gelübde kann in diesem Leben nicht wiedergenommen werden

4. keine Unterweisung als Mönch oder Nonne

5. keine materiellen Gaben der Sangha

6. gebrochene Disziplin ist nicht mehr wieder herzustellen

Mönch oder Nonne können in Sangha bleiben, aber in der Gruppe, die Disziplin verloren hat.

Zeitweiliger Nutzen des  Gelübdes

- man lebt ohne Reue und freut sich, dass man das Gelübde einhält

- man genießt Glück jetzt und in späteren Leben

- man wird im Schlaf beschützt

- es kann einem weder von menschlichen noch von nicht-menschlichen Wesen Schaden zugefügt werden

- Wunschgebete werden jetzt und im späteren Leben erfüllt

Endgültiger Nutzen des Gelübdes

- Buddhaschaft, wenn man den Erleuchtungsgeist besitzt

Gelübde bewahren:

- sich auf den Lehrer stützen: Erklärungen zum Gelübde annehmen und ausüben

- einwandfreie Denkweise: Achtsamkeit und Vergegenwärtigung

- Wissen um das Gegenteil des Gelübdes: Hauptdisziplinen und Nebendisziplinen

- sich au Umstände für Wohlergehen stützen: Kleidung, Nahrung usw., Extreme vermeiden

- Bereinigung

Laiengelübde sind körperliche Gelübde, Bodhisattva- u. Tantragelübde sind geistige Gelübde, weil sie über den Tod hinausgehen.

 

 

 



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